Akteursrunde Niederhäslich

Straßenbenennungen nach regionalen Persönlichkeiten


In Niederhäslich gibt es einige Straßen, welche nach sächsischen Berühmtheiten benannt wurden. Clemens Hanusch sowie Robert Rudelt waren speziell für Freital bedeutende Bürger.

Clemens-Hanusch-Weg

Einer Legende nach, so erzählte der Heimatforscher Ronald Hanusch, soll die Familie Hanusch von einem unehelichen Sohn des Barons von Burgk abstammen. Dieser schwängerte Eleonora Mopils, um sie anschließend mit dem Jäger Franz Hanusch zu vermählen. Dieser Sohn Fransicsus (1827 - 1879) bekam mit seiner Frau Christina (Winter) 2 Kinder: Clemens und Ernestine.

Clemens (1856 - 1910) fing nach dem Schulbesuch eine Lehre als Polierer in der Rabenauer Stuhlfabrik an, welche er allerdings aufgrund Chemikalien Unverträglichkeit abbrechen musste. Er wurde Arbeiter im Konsum und heiratete 1878 Emilie (Moses), mit ihr hatte er 7 Kinder. 2 Kinder und seine Frau starben früh an TBC. (Sein 3. Kind war Freitals späterer Ehrenbürger Karl Hanusch.) Als er sich erneut vermählte, kamen 4 weitere Kinder in die Familie.

Als Gemeindevertreter in Niederhäslich und aktiver Sozialdemokrat ehrte man ihn für seine Leistungen 1964 durch die Umbenennung des Wegs "Hinter den Gütern" in Clemens-Hanusch-Weg; jenen Weg welchen er während seiner Ausbildungszeit bei Wind und Sturm gehen musste, vorbei an der alten Eiche und am Wachtelberg entlang.

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Rudelt-Straße

Ernst Robert Rudelt (1860 - 1935) entstammte einer Weberfamilie, wurde aber selbst Verwaltungsbeamter und machte sich für seinen Einsatz für Deuben als Bürgermeister einen Namen. Er war mitverantwortlich für den Anschluss der ersten Haushalte an die Trinkwasserversorgung, er gründete einen Gemeindeverband mit, welcher das Elektrizitätswerk für den Plauenschen Grund in Deuben errichtete. Ihm zu Ehren erhielt das später errichtete Wasserkraftwerk Rabenauer Grund den Beinamen „Rudeltwerk“. Auf seine Initiative hin wurde 1904 der „König-Albert-Park“ (in den 1920er in Goethe Platz umbenannt) zu Ehren des sächsischen Königs eingeweiht.

Zwischen 1897 und 1909 war er Abgeordneter für den 16. Ländlichen Wahlbezirk in der II. Kammer des Sächsischen Landtags. Als 1897 Deuben durch ein Hochwasser stark beschädigt wurde organisierte er in dieser Funktion 1,3 Millionen Mark für den Wiederaufbau. Er war auch einer jener, welcher sich bereits vor 1921 für die Vereinigung der Gemeinden Deuben, Potschappel und Döhlen stark machte.

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Wilhelm-Müller-Straße

(Johann Ludwig) Wilhelm Müller (1794 - 1827, Dessau) entstammte aus einer Handwerkerfamilie. Seine 5 älteren Geschwister starben früh. Nach dem Schulbesuch begann er ein Studium der Philologie in Berlin, unterbrach es, um 1813 als Freiwilliger im preußischen Heer in den Befreiungskriegen bei Lützen, Bautzen, Hanau und Kulm gegen Napoleon zu kämpfen.
Er besuchte wissenschaftliche und literarische Salons in Berlin und lernte dort unter anderen Gustav Schwab, Achim von Arnim und Clemens Brentano kennen. Als Gymnasiallehrer der Geschichte, Lateinischer und Griechischer Sprache kehrte er zurück in seine Heimatstadt, wo er beim Herzog Leopold IV. Friedrich zum herzoglichen Bibliothekar und später Hofrat ernannt wurde. Wiederholt weilte er in Dresden und wohnte in den Pfingstwochen 1824 bei seinem Freund Graf Friedrich von Kalkreuth in der Villa Grassi, hier besang er das idyllische Felsental, die Weißeritz mit ihren munteren Forellen, des Müllers Lieben und Wandern.

Das Wandern ist des Müllers Lust,
Das Wandern!
Das muss ein schlechter Müller sein,
Dem niemals fiel das Wandern ein,
Das Wandern.

Berühmt wurde er besonders durch seine vertonten gesellschaftskritischen deutschen Volkslieder. Das 1821 geschriebene Gedicht "Das Wandern ist des Müllers Lust" wurde 1823 von Franz Schubert vertont. Populär wurde es jedoch erst nachdem Carl Friedrich Zöllner dem Gedicht eine volksliedhafte Melodie unterlegte. Heute gehört dieses Lied zu den beliebtesten deutschen Volksliedern.

05.Dezember 2019, 11:01Uhr, Peggy Weinlich


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